Das Dilemma des Hilary Trump Paradoxons oder Spiegel des kollektiv Unbewussten?

Am Dienstag, den 8. November fanden die Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Die Kandidaten hießen Hilary Clinton für die Demokraten und Donald Trump für die Republikaner. Es stellt sich die Frage, wie es soweit kommen konnte? Handelt es sich hier um einen Unfall, Zufall, Komplott, Bestechung, eine Massenpsychose, die Verkettung unglücklicher Umstände oder waren Clinton und Trump das Ergebnis bzw. das Produkt einer Verschwörung der Finanzeliten gegen den Rest der Welt? Wie um alles in der Welt konnte es sein, dass diese beiden die einzig verbliebenen Kandidaten für das mächtigste Amt im Weißen Haus waren? Ist das die Krönung der Schöpfung? Wie sollen wir damit räsonieren? Wenden wir uns entsetzt und angewidert von diesem Desaster ab?

Welche Botschaften senden uns die Clintons, Trumps, Erdogans und Putins, der religiöse Fanatismus eines IS, der hinter allem schwelende erbarmungslose Kampf um die Ressourcen Öl, Erdgas, Saatgutrechte, Wasser und damit Macht, die Gier der sog. Eliten?

Die Welt steht einmal mehr am Abgrund und der noch zum Staunen fähige Mensch sucht nach Antworten. Haben wir,- und damit ist jeder Einzelne von uns gemeint, eine Antwort parat oder reagieren wir aus denselben alten Reflexen der Empörung, Ohnmacht und der Angst heraus? Ist nicht die heutige Welt das Ergebnis unserer ANGST? Kann es sein, dass die Grenzen unseres Verstandes erreicht sind und eine Verstandes-Reaktion einfach nicht mehr greift?

Die Theorie des Karma besagt, dass alles, was wir denken oder tun, seine eigene Wiederholung erzeugt, was wir ausleben, sich verstärkt, pulsiert wie ein Samen und wartet auf die richtige Zeit und Gelegenheit, um zu sprießen. Die seit Äonen gültigen Gesetze der Schöpfung besagen: Wie innen, so außen, Alles ist in Allem enthalten, alles ist mit allem verbunden und strebt nach Balance, Energieausgleich. Was bedeutet das für die Weltlage und die Menschen? Sind wir selber schuld und dürfen wir die Suppe jetzt auslöffeln, die wir uns in den letzten 2000 Jahren eingebrockt haben? Ist da jetzt nichts mehr zu machen? War‘s das? Schluss? Aus? Vorbei?

 

Nein, im Gegenteil. Die Welt ist so wie sie ist und es ist an der Zeit, das wahrzunehmen, zu akzeptieren, was ist,- ohne wenn und aber und, wenn es geht, ohne Verurteilung!

Es ist kein Zufall, dass die Türkei von Erdogan, Russland von Putin regiert wird, dass der sog. Islamische Staat im Nahen Osten wütet, Boko Haram in Afrika und dass Amerika nun vor der Wahl zwischen Clinton und Trump steht. Die Despoten, Mörder, Fanatiker und korrupten Auswüchse spiegeln jeweils den Zustand der Gesellschaft, die sie aus sich selbst hervorgebracht hat. Auch Hitler war das Ergebnis der Zustände und Befindlichkeiten in Deutschland und ganz Europa nach dem 1. Weltkrieg.

Sie sind das Ergebnis der Angst, Ohnmacht, Kleinheit, des Selbsthasses jedes Einzelnen in einer Gesellschaft und jeder, besonders diejenigen, die sich für besonders gut und kompetent halten, darf sich fragen: Was ist mein Anteil an der Situation in der Welt? Alles, was geschieht, ist eine Aufforderung an jeden von uns, nach innen zu gehen und die Antwort zu finden. Wo ist Unfrieden in mir?

 

Krieg, Elend, Leid sind das Ergebnis unbewusster Reaktionen des konditionierten Verstandes, von Bewertungen und Verurteilungen uns selbst und den anderen gegenüber, und solange die Menschen das nicht erkennen, muss das Leid größer werden.

Der Blick nach Innen bedeutet nicht, dass wir inaktiv werden sollen. Im Gegenteil, er bedeutet, dass wir aus der bewussten Wahrnehmung dessen, was ist, mit offenem Herzen, d.h. ohne die urteilenden Reflexe des Verstandes, von Augenblick zu Augenblick handeln, antworten. Wir sind verantwortlich!

Es genügt nicht, seine Verantwortung an einen (pseudo-)religiösen Glauben abzugeben, der aus Verboten, Geboten und Verurteilungen gespeist wird. Wir beobachten seit Jahrhunderten, wohin das führt. 

Gott hat mit Glauben nichts zu tun, Gott ist. Gott hat mit den sog. Religionen oder Weltreligionen nichts zu tun. Sie sind von Menschen gemacht. Gott ist die unendliche Potenzialität der Urform und des Urgeistes allen Seins, deren stärkste Macht die Liebe ist. Die Religionen haben immer versucht, sich zwischen den Menschen und Gott zu schieben, quasi als exklusive Vertreter mit Gebietsanspruch und haben so den Menschen die Verbindung zu Gott genommen.

Ein Erdogan kann nur auf dem Boden von Minderwertigkeit, Kleinheit, Selbsthass und Angst gedeihen, ebenso Putin und auch Donald Trump und Hilary Clinton spiegeln den Zustand der Gesellschaft in den USA, vielleicht der ganzen westlichen Welt, die nicht nur gespalten ist, wie gerne rezitiert wird,- vielmehr ist sie vereint im Gefühl der Ohnmacht und Angst, es nicht zu schaffen. Aus dieser Ohnmacht und Angst heraus vertrauen wir uns selbst nicht, geschweige dem Nachbarn, eigentlich niemandem. Wir rufen in den Wald nach Kontrolle, Sicherheit, Regeln, Versprechungen, - Illusionen, die dann in Gestalt der Gierigsten und Menschen-verachtenden, weil sich selbst verachtenden, skrupellosen ‚Heilsbringer‘ über uns kommen.

 

Wir reden immer von der Liebe, wir sehnen uns nach Liebe, Werten, Geborgenheit; doch wo Angst ist, ist kein Platz für Liebe. Immer noch sind fast alle unsere Handlungen getrieben von der Angst. Wir lernen, strengen uns an, kämpfen, leisten, sind fleißig, angepasst und gehorsam, getrieben von der Angst, es nicht zu schaffen und der dahinter versteckten Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung. Und einmal im Jahr, zu Weihnachten, feiern wir das Fest der Liebe. Dann bersten die Kirchen vor lauter ‚Liebenden‘, die nach der Messe nach Hause gehen und weitermachen wie bisher, -Jahr für Jahr.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, - sagt Jesus. D.h. die Liebe fängt bei dir an, liebe dich selbst, bedingungslos,- und die Frucht deiner Selbstliebe ist Liebe. Und zur Selbstliebe gehört auch, deine Angst jetzt wahrzunehmen und nicht zu verstecken hinter Betroffenheit, Mitleid, Sorge und Barmherzigkeit, hinter der Renten-, Kranken- und Rechtsschutzversicherung. Nimm deine Angst wahr, steh zu ihr, fühle sie und verwandle sie. Wenn du versuchst, sie zu verstecken, zu bekämpfen oder wegzumachen, dann wird sie mächtiger, größer und sie wird dich beherrschen, und du bleibst ihr Diener. Und aus der Angst wird Ohnmacht, wird Wut, wird Hass, Selbsthass,- der verzweifelte Schrei nach Liebe, der Nährboden, auf dem der Diktator gedeiht.

Wenn es uns gelingt, Frieden zu machen mit unserer Vergangenheit, dann können wir sie endlich loslassen und uns dem Jetzt zuwenden, - liebend, mitfühlend, verantwortlich gestaltend. 

 

Es ist Zeit für einen Neuanfang, - und der beginnt bei dir/uns selbst. Immer mehr Menschen erkennen das jetzt!

 

                                                                                              Bochum, 10.11.2016: Lothar Obrecht                   http://www.lob-lotharobrecht-coaching.de/

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