Ein Wort zum Umgang mit der rechten Szene

Wer von uns möchte nicht bei den Guten sein, sich von dem sogenannten rechten Pack abgrenzen durch klare Ansagen, nachdrückliches Erinnern an längst vergangen geglaubte Zeiten? Und mit dem Begriff NAZI hat man ja auch ein griffiges Wort, durch dessen Anwendung allein schon deutlich wird, dass man mit solchen Menschen nichts zu tun haben möchte, ganz im Sinne von: Wehret den Anfängen!

Die  Debatte, die Hass-Tiraden von allen Seiten, löst Unbehagen aus.  Verurteilungen in alle Richtungen, egal ob Flüchtlinge, Pegida, Nazis, Steuerflüchtlinge, Politiker, korrupte Funktionäre usw. stigmatisieren, grenzen die Betroffenen aus und rechtfertigen vermeintlich unsere Wut, unseren Hass. Und je mehr wir uns als die Guten engagieren und dabei gleichzeitig die Anderen verurteilen, desto mehr trennen wir uns voneinander.

 

Es entsteht der Eindruck, dass derjenige, der die markigsten Sprüche gegen die Anderen kolportiert, auch jeweils die größte Anerkennung in seinem Lager findet. Doch genau dieses Stigmatisieren und Verurteilen, in welche Richtung auch immer, ist das, was uns eben nicht von diesen längst vergangen geglaubten dunklen Zeiten unterscheidet, denn es grenzt aus, es trennt. Und dabei reden doch alle immer von Integration, - aber gehören da denn nicht alle dazu? Wie soll das gehen?

 

Was, wenn jeder von uns mal prüft, inwieweit er seine eigene Angst, seine eigene Wut, seine eigene Ohnmacht nach außen projiziert, indem er den Anderen verurteilt? Was, wenn wir beginnen, uns selbst mit all unseren vermeintlichen Fehlern und Schwächen zu akzeptieren und Verantwortung zu übernehmen? Und mit Verantwortung meine ich, dass wir bereit sind, anzuerkennen, dass wir für alles, was passiert, mitverantwortlich sind (und nicht nur für das  vermeintlich Gute).

 

Welche Chancen lassen wir dem als Nazi verurteilten zurückzufinden, sich selbst wieder zu integrieren in ein liebevolles Gemeinwesen? Der verantwortliche Politiker fühlt sich wahrscheinlich ähnlich hilflos wie viele von uns,- doch haben nicht wir ihn letztlich gewählt? Wofür bist du bereit, Verantwortung zu übernehmen und wo schiebst du die Verantwortung weit weg und suchst den Sündenbock?

 

Es ist notwendig, pragmatische Entscheidungen zu treffen und natürlich ist letztlich niemandem geholfen, wenn wir durch eine dramatische Überlastung Chaos in Deutschland und Europa erschaffen. Damit wäre auch keinem einzigen vor Chaos und Gewalt flüchtenden Menschen geholfen, aber genau so wenig hilft es uns, wenn wir so weitermachen; wenn wir weiter Schuldige suchen, ob bei den Rechten, Assads, Putins, Trumps und Merkels dieser Welt.

 

 

Wenn wir die Welt auf ein neues Niveau heben wollen und die Zeit dafür ist jetzt da, dann dürfen wir unsere Herzen mutig weit öffnen, auch  für Terroristen und das heißt nicht, dass wir sie nicht stoppen müssen. Wir müssen sie stoppen!! Aber mit einem offenen Herzen, mit der Bereitschaft, jeden, der sich neu entscheidet, zu integrieren. Denn wir sind alle verbunden und wenn einer die Chance hat, als strahlender Sieger vom Platz zu gehen, dann ist es die Liebe. Und die LIEBE, das sind wir, jeder Einzelne von uns, wir müssen uns nur daran erinnern.

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