Paradigmenwechsel in der Unternehmensführung

Die vermittelbare Wertschätzung gegenüber allen Mitarbeitern des Unternehmens als ultimativer Motivations-, Zufriedenheits- und Identifikations-Generator ist ein Produkt einer veränderten Gesellschaft. Das hat sich in Führungskreisen herumgesprochen. Hierfür werden allerlei Maßnahmen teambildender Art bis hin zu Kloster-seminaren angeboten. Meditationskurse, Autogenes Training und Entspannungstechniken haben längst Einzug in die Unternehmen gehalten. Work-Life-Balance-Manager sollen das Rundum-Sorglos Paket für das ‚Human capital‘ schnüren.

Wie kann es da sein, dass noch immer hohe Krankenstände, Unzufriedenheit, Angst, Burnout, Mobbing usw. zum Alltag in den Unternehmen gehört? Ganz abgesehen  von den gesellschaftlichen Themen wie Jugendarbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, befristete Arbeitsverträge, Zeitarbeit, Langzeitarbeitslosigkeit vor allem älterer Mitbürger usw.?

Kann es sein, dass noch immer das Hauptziel der Unternehmenslenker in der Gewinnmaximierung liegt und der Mitarbeiter lediglich ein Kostenfaktor darstellt? „Honi soit qui mal y pense“.

 

Wenn wir von Paradigmenwechsel in der Unternehmensführung sprechen, dann ist doch damit gemeint, dass der Mensch ins Zentrum rückt. Paradigmenwechsel bedeutet, Arbeit neu zu definieren, das Menschenbild zu hinterfragen, Systeme, die an ihre Grenzen gelangen, zu überprüfen.

 

Das klingt nach Revolution und einem großen Rad, an dem zu drehen sich niemand traut.

 

 

Und in der Tat, es ist eine Revolution, allerdings ist das Rad, an dem gedreht werden muss, nicht das ganz große Rad, sondern im Gegenteil, es beginnt immer beim Einzelnen, - bei jedem einzelnen Mitarbeiter des Unternehmens vom Pförtner bis zum CEO bis zu den Aufsichtsratsmitgliedern. Denn es geht um eine innere Revolution, die die äußeren Veränderungen nach sich ziehen wird.

Worum es geht, ist nichts Geringeres als, -und jetzt kommt‘s-: die Liebe. Häh? Und diese Liebe beginnt bei jedem Individuum sich selbst gegenüber. Die Selbstliebe ist der Quell des Paradigmenwechsels in den Firmen, in der Gesellschaft, zwischen den Nationen, auf der Erde.

 

Ja, es klingt banal, aber wer liebt sich schon selbst? Ist nicht vielmehr Selbstkritik, Selbstdisziplin, Kampf, Ehrgeiz, Zielkonditionierung, Durchsetzungsvermögen und und und... nach wie vor primär gefragt und geschätzt? Wer sich (noch) in unserem Gesellschaftssystem durchsetzen will, der ist niemals zufrieden, der will immer mehr, schneller, weiter, höher. Diese innere Haltung akzeptiert zu keinem Zeitpunkt ein „Ich bin so wie ich bin genau richtig“ „Ich bin vollkommen“. Für ihn heißt es immer „Ich muss mehr machen“, allenfalls: „Ich bin großartig, fantastisch, ABER ich muss mehr machen!“

 

Trotz aller Führungsseminare, Qualitätszirkel und gut gemeinter Work-Life-Balance-Lippenbekenntnisse ist das alte Paradigma nach wie vor: Leisten à Haben à Sein!

 

Wenn allerdings die Wertschätzung des anderen ein Produkt der eigenen Wertschätzung wird, des „Ich darf so sein wie ich bin“, dann ist der Paradigmenwechsel vollzogen, und nur dann!

Dann wird die Leistung ein Produkt der Selbst-Wertschätzung, der Selbstliebe. Die Wertschätzung des Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeiters eine Selbstverständlichkeit, denn wer sich selbst respektiert, kann niemanden respektlos behandeln. Auf äußeren Beschluss andere wertschätzen zu sollen, wenn ich mich selbst nicht wertschätze, ist ein Krampf und schlicht unmöglich.

 

Es geht hier um Bewusstsein und Achtsamkeit, es geht darum, einen Samen zu säen, der den Paradigmenwechsel auf die natürlichste Art und Weise vollzieht, quasi wie die Rose im Garten ihre Blüte entfaltet bis sie in herrlicher Pracht für Alle leuchtet.

 

Es klingt banal und dennoch ist die Selbstliebe unsere allergrößte Herausforderung. Die Zeit ist jetzt reif, den entscheidenden Schritt in unserer Entwicklung zu machen, der Rest ist Fügung.

 

Wir sind in der glücklichen, luxuriösen Lage im Vergleich zu unseren Ahnen bzw. anderen Gesellschaftsformen unserer Zeit, die sich noch immer in Religionskriegen und anderen mittelalterlichen Auseinandersetzungen befinden, diese Transformation geschehen zu lassen.

 

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen, lesen Sie eben nicht die Packungsbeilage, sondern fragen Sie sich Selbst.

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